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Alter und neuer Mensch
Das größte Hindernis im Glaubensleben eines Christen sind nicht die Umstände, die Anderen, oder sogar die „bösen Mächte in der unsichtbaren Welt” (Eph.6,12) , sondern der versteckte Feind, der noch in ihm lebt: seine alte sündige Natur. Dieses Relikt des vergangenen Lebens verhindert oft, dass er durch den Glauben vorankommt und ein siegreiches Leben führt.
Es gibt sicherlich nicht viele Themen wie dieses, wo so viel Falsches gesagt worden ist und so viel Verwirrung herrscht:
- Zum einen gibt es welche, die meinen, der Christ hätte gegen die Sünde nicht mehr zu kämpfen, weil er ein „neuer“ Mensch geworden ist, der die alten Gewohnheiten völlig aufgegeben hat. Durch diese Behauptung werden viele “betäubt”und ignorieren den geistlichen Kampf, während andere verunsichert werden, wenn sie auf ihre Lebensführung schauen, und sich ständig fragen, ob sie überhaupt echte Christen sind.
- Dann gibt es auch welche, die den Kampf gegen die Sünde fast aufgegeben haben, und nichts mehr an ihrem Leben ändern wollen, weil sie merken, dass sich nach ihrer Bekehrung zu wenig geändert hat und sie bei weitem nicht “heiliger” geworden sind. Read the rest of this entry
Der Sündenfall
Die Historizität des Sündenfalls
Wenn wir uns mit dem Sündenfall befassen, dann müssen wir als allererstes fragen: Haben wir hier mit einem historischen Ereignis zu tun oder handelt es sich bei dem biblischen Bericht um ein Mythos? Haben Adam und Eva wirklich existiert oder sind sie nur als Urtypen der Menschheit zu deuten?
Wenn wir davon ausgehen, dass wir mit einem Mythos zu tun haben, dann werden wir schnell von theologischen Problemen überwältigt. Das geht so weit, dass wir irgendwann Lehren wie die Verderbheit des Menschen, die Realität der Sünde und die Notwendigkeit der Erlösung über Bord werfen müssen. Natürlich ist unter diesen Umständen ein gewisser Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes noch möglich, aber es stellt sich bald die Frage: Welche Berechtigung hätte dann die Menschwerdung Christi. Warum ist der Sohn Gottes Mensch geworden und wozu hat er sein Leben am Kreuz geopfert, wenn wir besser werden könnten und uns selbst retten würden? Read the rest of this entry
Was beinhaltet das Evangelium?
Was beinhaltet das Evangelium? Was muss man glauben, um gerettet zu werden? Was muss ein Christ sagen, wenn ihm diese Frage gestellt wird.
Ich möchte hier versuchen, die Botschaft des Evangeliums in wenigen Punkten zusammen zu fassen:
- Gott ist der allmächtiger Schöpfer des Universums. Seit der Ewigkeit her ist er vollkommen gut, heilig und gerecht.
- Es war sein guter Wille, uns zu erschaffen. Unser Leben ist ein Geschenk und liegt ganz in seiner Hand.
- Wir wurden als verantwortliche Wesen geschaffen, um unserem Schöpfer frei zu dienen und seine Liebe zu genießen.
- Unsere ersten Vorfahren, und anschließend wir, haben Gott den Rücken gekehrt. Die Folgen von diesem Ungehorsam sind die Trennung von ihm und die Sündhaftigkeit unserer jetzigen Natur.
- Gott redet dennoch zu uns durch das Gewissen, welches uns verurteilt, und vor allem durch sein geoffenbartes Wort, die Bibel.
- Gott zeigt uns durch sein Gesetz wie Er ist und was Er von uns verlangt. Seine Gebote sind gut und gerecht. Wer sie erfüllt, wird leben.
- Wegen unserem sündigen Zustand können wir aber die Anforderungen des Gesetzes nicht erfüllen und machen uns vor Gott noch mehr schuldig.
- Die Konsequenz für unsere zahlreichen Übertretungen ist der ewige Tod. Wir werden eine Ewigkeit lang den gerechten Zorn Gottes spüren müssen.
- In seiner Liebe hat sich der dreieinige Gott einen Rettungsplan ausgedacht. Die zweite Person der Dreifaltigkeit, der Sohn Gottes, war vom Anfang an bereit, diesen Plan umzusetzen
- Als die Zeit gekommen ist, wurde er Mensch und von einer Frau geboren. Gott wurde ein Mensch aus Fleisch und Blut, ohne jedoch die sündige Natur des Menschen zu erben.
- Jesus Christus hat unter dem Gesetz gelebt und war sein Leben lang vollkommen gehorsam. Nie hat Er ein einziges Gebot übertreten, obwohl er uns in allem ähnlich war.
- Jesus ist am Kreuz stellvertretend für uns Sünder gestorben. Er hat den Zorn Gottes an unserer Stelle gespürt und die gerechte Strafe für die Sünde auf sich ergehen lassen.
- Am dritten Tag ist er auferstanden, wurde von vielen gesehen und nach 40 Tagen ist er zurück zum Vater gegangen. Er wird zurückkommen und die Welt richten.
- Wer an sein stellvertretendes Opfer glaubt und von seiner bisherigen Lebensweise umkehrt, empfängt die Vergebung der Sünden und wird gerecht gesprochen.
- Er/sie steht nicht mehr unter dem Zorn Gottes, sondern ist vom Tod zum Leben übergegangen. Er/sie wird dann als Kind Gottes angenommen und das ewige Leben erben.
Schöpfung und Evolution
Nach meiner Ansicht ist jemand kein echter Christ, wenn er nicht an einen Schöpfer-Gott glaubt. Als Christ gehe ich nämlich davon aus, dass der allmächtige Gott die Welt erschaffen hat und sie erhält. Aber wie hat Er die Erde geschaffen? Was glaubte zum Beispiel Jesus, der Mensch gewordene Gott, über die Schöpfung? Spricht die Heilige Schrift eindeutig über dieses Thema? Wie soll man den Schöpfungsbericht aus 1 Mose verstehen?
Einige können aber eine gute Ausrede finden: das Thema ist so kompliziert; ist eine Antwort auf diese Fragen wirklich enstcheidend? Blickt der Glaube nicht eher auf die Zukunft? Ich meine doch, die Schöpfungsfrage ist äußerst wichtig, weil andere wesentliche Themen, wie der Ursprung und die Vererbung der Sünde, die Notwendigkeit einer Erlösung und sogar die ganze Endzeitlehre davon abhängen.
Im Grunde trifft man bei dieser Debatte auf zwei Arten von Menschen: die Materialisten (oder genauer gesagt die Befürworter des philosophischen Naturalismus), die einen Schöpfer strikt ablehnen und deshalb die Evolutionstheorie entscheidend verteidigen und die Menschen, die an die Existenz eines Schöpfer-Gottes glauben und sich fragen, was sie von der Evolutionstheorie halten sollen – Die Pantheisten lasse ich außen vor; nach meiner Meinung ist ihr Ansatz nicht sehr weit entfernt von dem des Naturalismus. Read the rest of this entry
Abtreibung: Was sagt die Bibel dazu?
Die Bibel würde die Abtreibung nicht verbieten. Das ist zumindest das Argument von Menschen, die versuchen, eine religiöse Rechtfertigung für den Schwangerschaftsabbruch zu finden. Wenn es nämlich diesen Menschen gelingt, ihre Argumentation anhand der Bibel zu untermauern, dann ist die Frage ein für alle Mal geklärt. Aber ist es wirklich so, dass das Wort Gottes nur das geborene Kind als “Leben” sieht?
Lasst uns mal schauen, welche “Beweise” die Befürworter der Abtreibung in der Schrift entdeckt haben!
Ich möchte zuerst sagen, dass ein Argument wie dieses – habe ich tatsächlich gefunden – absolut verwerflich ist:
Und besser … ist, wer noch nicht geboren ist und des Bösen nicht inne wird, das unter der Sonne geschieht.
Prediger 4, 3
Da letztendlich die Welt so schlimm ist, möchte man uns hier vermitteln, dass es besser wäre, nicht geboren worden zu sein. Aber Gott hat den Menschen erschaffen, um zu ihm ein ewiges Verhältnis aufzubauen. Dass der Mensch auf der Erde leidet, ist eine Konsequenz der Abkehr von Gott und überhaupt nicht von Gott gewollt. Read the rest of this entry
Gott erkennen und sich selbst erkennen
Folgende Worte sagt Calvin in seiner Institutio I,1,1 :
All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfaßt im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis. Diese beiden aber hängen vielfältig zusammen, und darum ist es nun doch nicht so einfach zu sagen, welche denn an erster Stelle steht und die andere aus sich heraus bewirkt.
Es kann nämlich erstens kein Mensch sich selbst betrachten, ohne sogleich seine Sinne darauf zu richten, Gott anzuschauen, in dem er doch „lebt und webt“ (Apg. 17,28). Denn all die Gaben, die unseren Besitz ausmachen, haben wir ja offenkundig gar nicht von uns selber. Read the rest of this entry
