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Christsein und Verfolgung
Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.
Mit dieser Unabwendbarkeit warnt Paulus in 2 Timotheus 3,12 seinen Mitarbeiter Timotheus. Paulus sitzt im Gefängnis und weißt, dass ihm nur wenig Zeit übrig bleibt, bevor er hingerichtet wird. Im Kapitel 4 sagt er:
Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen (V.6)
Seine Botschaft ist nicht neu. Sein Leben lang ist er in den Fußstapfen dessen gelaufen, der einmal sagte:
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Matthäus 5, 10
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Der Psalm 22 beschreibt das Leiden eines Menschen, der sich von Gott total verlassen fühlt. Es ist nicht klar, ob der Autor dieses Psalms, David, auf einen Abschnitt seines eigenen Lebens verweist oder ob er auf jemand anderen schaut. Vieles in diesem Psalm lässt vermuten, dass er vielleicht an die Ereignisse denkt, als er vor seinem eigenen Sohn Absalom fliehen musste:
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf…
Psalm 22:7-8
Die Tradition der Kirche hat in diesem Psalm eine erstaunliche Prophetie über das Leiden Christi erblickt. Es ist nicht nur eine vage Vermutung, denn das Neue Testament unterstützt explizit diese Sicht. Das 27. Kapitel vom Matthäusevangelium erwähnt mindestens 4 mal diesen Psalm:
- der Vers 35 erwähnt zum Beispiel, dass die Kleider Jesu geteilt wurden (Ps. 22,19)
- der Vers 39 berichtet über diejenigen, die Jesus verspottet haben (Ps. 22,8)
- im Vers 43 wird Jesus verhöhnt, in dem man ihm empfiehlt, sich wegen seinem Leiden an Gott zu wenden (Ps. 22,9)
- der Vers 46 zitiert den Aufschrei Jesu: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Ps. 22,2) Read the rest of this entry
Abtreibung: Was sagt die Bibel dazu?
Die Bibel würde die Abtreibung nicht verbieten. Das ist zumindest das Argument von Menschen, die versuchen, eine religiöse Rechtfertigung für den Schwangerschaftsabbruch zu finden. Wenn es nämlich diesen Menschen gelingt, ihre Argumentation anhand der Bibel zu untermauern, dann ist die Frage ein für alle Mal geklärt. Aber ist es wirklich so, dass das Wort Gottes nur das geborene Kind als “Leben” sieht?
Lasst uns mal schauen, welche “Beweise” die Befürworter der Abtreibung in der Schrift entdeckt haben!
Ich möchte zuerst sagen, dass ein Argument wie dieses – habe ich tatsächlich gefunden – absolut verwerflich ist:
Und besser … ist, wer noch nicht geboren ist und des Bösen nicht inne wird, das unter der Sonne geschieht.
Prediger 4, 3
Da letztendlich die Welt so schlimm ist, möchte man uns hier vermitteln, dass es besser wäre, nicht geboren worden zu sein. Aber Gott hat den Menschen erschaffen, um zu ihm ein ewiges Verhältnis aufzubauen. Dass der Mensch auf der Erde leidet, ist eine Konsequenz der Abkehr von Gott und überhaupt nicht von Gott gewollt. Read the rest of this entry
Humanitäre Hilfe und Mission
Vor kurzem hat ein Fernseh-Beitrag des ZDF (Frontal 21 vom 4. August 2009) die Aufmerksamkeit von vielen erregt. Dabei wurde die Frage gestellt, ob evangelikale Mission die Arbeit humanitärer Organisationen in nicht-christlichen Ländern nicht erschweren würde? In anderen Worten: Ist das, was diese Gruppierungen machen, nicht eher Unfug, so dass sie lieber Platz für wichtigere Aufgaben machen sollten?
Zunächst müssen wir definieren, was unter Mission vestanden wird. Wenn eine katholische Organisation wie die Caritas evangelikale Werke kritisiert, weil sie neben ihrem (pseudo)humanitären Einsatz Menschen aus anderen Religionen “bekehren” wollen, versteht sie Mission eher als einen guten Dienst an die Menschen. Darunter verbirgt sich selbstverständlich ein bestimmtes theologisches Verständnis: Mission, genauer gesagt Diakonischer Dienst, ist vor allem ein Liebeserweis an die Menschen. Read the rest of this entry
Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage
Gottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal“. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott”) und δίκη (díke „Gerechtigkeit”) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosophs Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gott sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.
A. Die menschliche Antwort
Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. Read the rest of this entry
