Vor kurzem hat ein Fernseh-Beitrag des ZDF (Frontal 21 vom 4. August 2009) die Aufmerksamkeit von vielen erregt. Dabei wurde die Frage gestellt, ob evangelikale Mission die Arbeit humanitärer Organisationen in nicht-christlichen Ländern nicht erschweren würde? In anderen Worten: Ist das, was diese Gruppierungen machen, nicht eher Unfug, so dass sie lieber Platz für wichtigere Aufgaben machen sollten?
Zunächst müssen wir definieren, was unter Mission vestanden wird. Wenn eine katholische Organisation wie die Caritas evangelikale Werke kritisiert, weil sie neben ihrem (pseudo)humanitären Einsatz Menschen aus anderen Religionen „bekehren“ wollen, versteht sie Mission eher als einen guten Dienst an die Menschen. Darunter verbirgt sich selbstverständlich ein bestimmtes theologisches Verständnis: Mission, genauer gesagt Diakonischer Dienst, ist vor allem ein Liebeserweis an die Menschen. (mehr…)
Kategorien: Gesellschaftsfragen
Mit Tag(s) versehen: Evangelisation, Leid
Gottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal„. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott“) und δίκη (díke „Gerechtigkeit“) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosoph Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gott sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.
A. Die menschliche Antwort
Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. (mehr…)
Kategorien: Glaube und Wissenschaft · Systematische Theologie
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