Mit den Tags ‘Gottesdienst’ versehene Einträge
Folgendes Vorurteil hat sich in vielen Köpfen festgesetzt: Reformierte halten nur ihre Gottesdienste; sie evangelisieren nicht, weil sie der Überzeugung sind, dass die Auserwählten sowieso irgendwann gerettet werden.
Eine solche Beurteilung ist aus zwei Gründen falsch:
- Reformierte legen viel Wert auf die Evangelisation, nur evangelisieren sie anders.
- Gott ist zwar souverän, aber in seiner Gnade möchte Er uns gerne gebrauchen.
Evangelisation durch den Gottesdienst?
Wenn Evangelikale an Evangelisation denken, sind sie der Meinung, dass man unbedingt spezielle Gottesdienste für Kirchenferne planen sollte. Laut dieser Auffassung könnten Kirchenferne nämlich fast nichts mit einem herkömmlichen Gottesdienst anfangen. Reformierte vertreten da eine ganz andere Meinung: Evangelistische Veranstaltungen sind wünschenswert aber sie sollten nie auf Kosten des regelmäßigen Gottesdienstes geschehen. Der Gottesdienst ist zwar primär für die Erbauung der Gläubigen gedacht, wir können jedoch unsere Freunde und Bekannten auch dazu einladen, weil Gott sie dort durch gewöhnliche Gnadenmittel wie die Wortverkündigung ansprechen kann.
Die Frage ist nämlich: Was traue ich Gott zu? Verlasse ich mich auf geschickt angewandte Techniken und sanfte menschliche Methoden, die Gefühle hervorrufen aber nicht unbedingt Herzen zur Umkehr (Buße) führen können oder will ich die Verlorenen direkt mit Gottes Botschaft konfrontieren und dabei erwarten, dass der Heilige Geist sie überzeugt? (mehr…)
Kategorien: Systematische Theologie
Mit Tag(s) versehen: Evangelisation, Gemeinde, Gottesdienst
Seit einigen Jahren sind die sogenannten Gästegottesdienste in vielen Gemeinden üblich geworden. Im Gegensatz zum „normalen“ Gottesdienst bietet ein Gästegottesdienst (oder Gottesdienst für Kirchenferne) die Möglichkeit, einige Experimente zu machen: neben einer verkürzten Botschaft werden theatralische Darbietungen oder Lobpreistanz angeboten, und das Publikum wird mehr eingebunden als im Normalfall.
Schön und gut, könnte man sagen: Wenn man Kirchenferne erreichen will, muss man auch den Gottesdienst schmackhaft machen. Eine Frage stellt sich nur: Darf man das?
Für die lutherische Kirche und die meisten Evangelikalen gilt das Prinzip: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Ob die Heilige Schrift oder die guten Sitten bestimmen sollen, was verboten ist, wird aber meistens nicht spezifiziert. Darf man zum Beispiel einen Party-Gottesdienst feiern oder einen Motorrad-Gottesdienst?
Für die Reformierten gilt längst ein anderes Prinzip, das sogenannte regulative Prinzip. Darunter wird verstanden, dass alles, was in der Schrift nicht explizit genannt wird, verboten ist. (mehr…)
Kategorien: Glaubensleben · Systematische Theologie
Mit Tag(s) versehen: Gemeinde, Gottesdienst, Nachfolge
Je nachdem zu welcher Konfession man gehört, nimmt das Mahl des Herrn eine besondere Bedeutung ein. In bestimmten Gemeinden wird es wöchentlich gefeiert, in anderen vielleicht nur mehrere Male im Jahr.
Aber wer kann noch sagen, was das Abendmahl wirklich bedeutet? Vereinfacht dargestellt, werden 4 Positionen vertreten: die katholische; die lutherische; zwei reformierten (Zwingli und Calvin).
Im Katholizismus hat das Abendmahl eine zentrale Bedeutung. Während dem Gottesdienst wird das Opfer Christi wiederholt: Brot und Wein werden in den Leib und in das Blut Jesu verwandelt. Diese Verwandlung der Substanzen nennen die Katholiken Transsubstantiation. (mehr…)
Kategorien: Systematische Theologie
Mit Tag(s) versehen: Gnade, Gottesdienst, Sakramente
Vor einiger Zeit habe ich eine interessante Kritik von David Wells gelesen: es heißt Natural Vs. Supernatural Religion. In diesem Artikel bezeichnet Wells die modernen Spiritualitätsformen, die sich zur Zeit in der Aufkommenden Gemeinde („Emerging Church“) oder sogar in den Gemeinden für Kirchenfernen entwickeln, als natürliche Religion. Auf der anderen Seite gibt es das, was er übernatürliche Religion nennt; darunter versteht er den rechtmäßigen Gottesdienst, so wie er bisher nach dem biblischen Vorbild (Apostelgeschichte 2, 42) gefeiert wurde.
Nach seiner Auffassung sind die Merkmale der natürlichen Religion folgende:
- der Zugang zu Gott ist selbstverständlich; wir brauchen keine besondere Vorbereitung dazu. Wenn ich mich entscheide, einen Spaziergang im Wald zu machen, habe ich einen unmittelbaren Zugang zu der Natur und kann sie nach Lust und Laune genießen. Wenn ich einen Gottesdienst für Kirchenfernen besuche, kann ich mich gemütlich hinsetzen und mich auf das Angebot einstellen. Ich entwickle damit auch eine Verbrauchermentalität, urteile über die Qualität der Veranstaltung, evaluiere und kritisiere die Darsteller. (mehr…)
Kategorien: Glaubensleben
Mit Tag(s) versehen: Gemeinde, Gnade, Gottesdienst