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Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus
Viele Christen werden wohl das Wort Dispensationalismus nie gehört haben, und dennoch bestimmt diese Lehre vielleicht mehr als sie denken ihr eigenes Verständnis der Bibel.
Eigentlich könnte man dieses eher technische Wort so umschreiben: Lehre der Haushaltungen oder der Zeitalter. Die Dispensationalisten verstehen die Heilsgeschichte als eine Abfolge von Zeitaltern, die oft wenig miteinander zu tun haben : es gibt zum Beispiel das Zeitalter des mosaischen Gesetzes, das Zeitalter der Gnade oder das Zeitalter des tausendjährigen Reichs.
Die meisten Reformierten vertreten eine andere Ansicht: die sogenannte Theologie des Bundes.
Es ist aber nicht so, dass die Lehre des Dispensationalismus einheitlich ist. Wir finden einige Variationen:
- C.I. Scofield sieht zum Beispiel als Hardliner 7 Zeitalter: Unschuld, Gewissen, menschliche Regierung, Verheißung, Gesetz, Gnade, Königreich.
- E.W. Bullinger (nicht der Reformator!) unterteilt die Bibel so: Gott redet direkt zu einzelnen Menschen, Gott redet durch Propheten zu Israel, Gott redet durch seinen Sohn Jesus zu Israel, Gott redet durch die Apostel zu Israel, Gott redet durch Paulus zu den Nationen, Gott redet durch Johannes zu Israel.
- In der Praxis werden wir oft mit einer vereinfachten Version zu tun haben: Zeitalter Israels, Zeitalter der Gemeinde, Tausendjähriges Reich. Read the rest of this entry
Ist jeder Christ ein Missionar?
Es ist traurig, festzustellen, wie viele evangelikale Christen Begriffe wie Mission oder Evangelisation missbrauchen können. Denken wir zum Beispiel an die ARD-Sendung Panorama vom 08.10.2009, die ein schlechtes Licht auf die die christliche Organisation Jugend mit einer Mission geworfen hat. Was dabei bedauerlich ist, ist nicht die Radikalisierung des Missionsgedanken (leider war der Bericht sehr unsachlich), sondern die Behauptung, dass junge unerfahrene Christen vollwertige Missionare oder Evangelisten sein können.
Das Amt des Evangelisten
Bei den meisten Evangelikalen ist der Gedanke fest verankert, dass Evangelisation darin besteht, Licht und Salz zu sein oder den eigenen Glauben im Sinne von 1 Petrus 3,15 zu verteidigen:
Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, Read the rest of this entry
ReFormation Jugendkonferenz 2010
Wie jedes Jahr am Reformationstag organisiert die Evangelisch-Reformierte Baptistengemeinde Wetzlar eine Jugendkonferenz. Chris Bennett aus England wird der Gastredner sein. Er ist Dozent am London Theological Seminary. Die Themen: Die Vorherrschaft Gottes, Vorsehung, Völlige Verderbtheit, Wirksame Berufung, Das erneuernde Werk Gottes im Leben des Gläubigen, Das Reich Gottes – erste Priorität der Gemeinde. Die Freizeit findet vom 29.10.-31.10.2010 in Siegbach-Tringenstein statt.
Wo ist wahre Kirche?
Ich knüpfe an den Artikel von Apologet.de an ( Was heißt hier reformatorisch? ) und möchte zeigen, dass es in den Gedanken von Reformatoren wie Luther, Zwingli und Calvin nicht um die Frage ging: Wie können wir, jetzt dass wir das Prinzip der Sola Scriptura wieder entdeckt haben, die konfessionellen Grenzen abschaffen? Für sie ging es primär um konkrete Frage wie: Wo ist wahre Kirche, wo ist Einheit möglich und mit wem kann ich Gemeinschaft am Tisch des Herrn haben? Denn zur Zeit der Reformation gab es zahlreiche radikale Sekten, die ebenso den Anspruch erhebten, die Kirche zu reformieren.
Diese Frage ist äußerst aktuell, gerade weil wir in einer Zeit leben, wo insbesondere in der ev. Welt nach Einheit gestrebt wird (im Rahmen der Evangelischen Allianz zum Beispiel), und weil unsere Bekenntnisse zwangsläufig ein wenig in den Hintergrund rücken.
Um diese Frage zu lösen, war – dies gilt für alle Reformatoren – das Glaubensbekenntnis von höchster Bedeutung. Es bildete keine Autorität neben der Heiligen Schrift, sondern war ein konsensuales Hilfsmittel, um festzulegen, was biblisch ist. Sola Scriptura bedeutete niemals, dass man die Schrift willkürlich auslegen durfte! In manchen reformierten Kirchen ist es am Sonntag üblich, einen zweiten Gottesdienst nachmittags zu feiern, wo der Katechismus ausgelegt wird. Dass manche antikonfessionellen reformierte Christen (wie Martyn Lloyd-Jones zum Beispiel) diese Praxis verurteilen, ändert nichts an der Tatsache, dass es eine reformierte Tradition war und bleibt. In den Gedanken der Reformatoren war jede Abweichung von den Bekenntnissen ein Indiz für unbiblische Lehre und ebenso dafür, dass man eventuell mit einer “falschen” Kirche zu tun hatte. Read the rest of this entry
Gottes Gegenwart beim Gottesdienst
Warum ist der reformierte Gottesdienst feierlich aber auch ernst, für viele vielleicht zu enst? Es ist in vielen Freikirchen heute üblich, den Gottesdienst relativ locker zu gestalten. Man lacht gerne und Gottesdienstleiter machen oft Witze. Es ist auch nicht unüblich, dass man ganz am Anfang mit einer coolen Formel begrüßt wird, wie: “Schön, dass Ihr es geschafft habt, heute in den Gottesdienst zu kommen!“
Diese Ansicht mag viel Zustimmung bei unseren Geschwistern finden, sie verkennt leider den wahren Sinn des Gottesdienstes. Es ist äußerst wichtig zu begreifen, dass während dem Gottesdienst der Herr in der Mitte seines Volkes ist. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns total anders verhalten würden, wenn wir diesen heiligen Gott “sehen” könnten.
Gott ist selbstverständlich immer bei seinen Kindern, auch wenn sie alleine im “Kämmerlein” beten. Christen sind auch nicht mehr an einem bestimmten Ort gebunden, wie im Alten Testament, wo die Menschen an dem Tempel von Jerusalem gebunden waren. Read the rest of this entry
SERK Heidelberg
In der Stadt des Heidelberger Katechismus entsteht eine neue Evangelisch-Reformierte Gemeinde. Ganz neu ist sie doch nicht, denn sie steht in der Tradition der deutschen reformierten Kirchen des 16ten Jahrhunderts. Der erste öffentliche Gottesdienst findet am 18. April statt.
Mehr Info auf dieser Website.
Offenbarungsgaben
Bei der Beantwortung der Frage, welche Geistesgaben noch heute in Kraft sind, ist viel Einsicht erforderlich. Viele Christen verfallen in einen extremen Rationalismus, in dem sie alle übernatürliche Gaben für die heutige Zeit ablehnen, während andere eine perfekte Kontinuität in allen Zeitepochen sehen und somit die biblische Geschichte zeitlich „platt bügeln“ (siehe Hebräer 1: 1-2a).
Wir befassen uns in dieser Studie mit den sogenannten Offenbarungsgaben. Das sind neutestamentlichen Geistesgaben wie zum Beispiel die Prophetie oder das Zungenreden. Wir vertreten die Position, dass diese Gaben im normalen Leben der Gemeinde aufgehört haben, weil sie, wie wir sehen werden, ihre Funktion bereits erfüllt haben.
Die Bibel sagt nirgendwo, dass übernatürliche Geistesgaben wie die Gabe der Heilung, der Wunder oder der Unterscheidung aufgehört hätten, obwohl davon auszugehen ist, dass diese besondere Geistesgaben heute nur selten vorkommen. Viele angebliche Wunderheiler sind in Wirklichkeit nur Scharlatane.
Der Glaube ist ein für allemal überliefert worden
Wenn wir sagen, dass Gott noch heute redet, meinen wir nicht damit, dass Er uns neue Offenbarungen neben der Schrift schenkt, sondern dass Er durch die Bibel spricht oder uns Erkenntnisse schenkt, die wir aus der Heiligen Schrift zum Teil entnommen haben.
Wenn in der Predigt ein Pastor die Schrift richtig auslegt, erstellt er geistliche Zusammenhänge, die in irgendeiner Weise prophetisch sind (in diesem Sinne ist er ein Prophet!) aber er vermittelt grundsätzlich keine neuen Erkenntnisse. Read the rest of this entry

