Manchmal frage ich mich, wenn ich bestimmte Christen höre, ob sie die Wiederkunft des Herrn überhaupt noch erwarten. Ich habe den Eindruck, dass sich viele ein Leben nach dem Tod irgendwie vorstellen können, aber nur wenige auf die glorreiche Erscheinung unseres Herrn und auf die leibliche Auferstehung der Toten hoffen. Diese wichtigen Dogmen gehören jedoch unzertrennlich zu dem christlichen Glaubensbekenntnis. Es ist ein Merkmal der Endzeit, dass der Glaube vieler Mitmenschen erkalten wird. Es könnte sein, dass für sie die Parusie unseres Herrn zu einer unangenehmen Überraschung wird, wie für die törichten Jungfrauen in dem Gleichnis von Matthäus 25:
(11) Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! (12) Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. (13) Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.
Über diese Stelle möchte ich aber hier nicht reden, sondern über eine andere aus dem Brief, den Paulus an die Christen von Thessalonich schreibt:
Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
1 Thessalonicher 5, 1-2
Da ich weiß, dass Pretribulationisten eine andere Meinung vertreten, betone ich gerne, dass dieser Vers auch für Christen gilt. (mehr…)
Kategorien: Neues Testament · Systematische Theologie
Mit Tag(s) versehen: Christus, Endzeit, Gericht, Glaube, Hoffnung
Es wird den Reformierten vorgeworfen, sie würden in Bezug auf Israel eine Substitutionstheologie vertreten. Dieser Begriff bedeutet, dass das von Gott erwählte Volk Israel durch die Kirche ersetzt (substituiert) worden ist. So wäre die Kirche das neue Israel und hätte alle Verheißungen an Israel geerbt. Die Israeliten hätten in diesem Zusammenhang nur eine Zukunft innerhalb der Kirche.
Diese Behauptung entspricht aber nicht der Wahrheit; die von den Reformierten vertretene Bundestheologie sieht nicht vor, dass das neue sichtbare Reich der Kirche (so wie die Katholiken es verstehen) das alte irdische Reich Israels ersetzt hätte. Sie sieht eher eine verborgene Kontinuität zwischen dem Gnadenbund im Alten Testament und im Neuen Testament, in dem sich die Verheißungen an das Volk Israel wohl erfüllen können. (mehr…)
Kategorien: Neues Testament · Reformierte Heilslehre
Mit Tag(s) versehen: Bund, Endzeit, Heilsgeschichte, Israel
Das einzige Kapitel der Bibel, in dem von einem tausendjährigen Reich buchstäblich die Rede ist, ist Offenbarung 20. Es beschreibt wie ein großer Engel vom Himmel herunterkommt und Satan für 1000 Jahre in Ketten legt.
Je nach dem, ob man diese Worte wörtlich nimmt oder eher allegorisch, spricht man von Prämillenarismus – weil die Wiederkunft Jesu vor dieser Zeitperiode erfolgt – oder von Postmillenarismus und Amillenarismus.
Die römisch-katholische Kirche, so wie die lutherischen und reformierten Kirchen vergeistlichen diesen Text und vertreten in der Praxis eine Mischung aus Postmillenarismus und Amillenarismus. Wird der Text dagegen eher wörtlich ausgelegt, wie in den meisten Freikirchen und im pietistischen Milieu, erwarten die Christen ein Millenium unmittelbar nach der Wiederkunft Jesu. (mehr…)
Kategorien: Neues Testament · Systematische Theologie
Mit Tag(s) versehen: Endzeit, Heilsgeschichte