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Der Lobgesang des Zacharias
In der heutigen Zeit haben viele religiöse Menschen den heilsgeschichtlichen Wert der Weihnacht gegen eine moralisierende Botschaft getauscht. Der moderne Mensch glaubt fest an den guten Willen und hat die Hoffnung an einem zukünftigen Weltfrieden nicht verloren. Das Christkind steht für Freude, Harmonie und zwischenmenschliche Verständigung.
Hatte Gottes Menschwerdung das Ziel, wie Petrus Abaelard einmal sagte: die Welt mit dem Licht seiner Weisheit zu erleuchten und in Liebe zu ihm zu entflammen oder war sie eher eine machtvolle Befreiungsaktion.
Die biblische Botschaft ist klar: Gott musste sein Volk retten und konnte nicht erwarten, dass die Menschen ihn finden. Israel hatte trotz Befreiung aus Ägypten erfahren, dass das Gesetz nicht vermag, die Herzen zu erneuern, wenn sie von der Sünde so schlimm geknechtet sind. Gott muss selbst Hand anlegen und einen mächtigen Erlöser senden, um die verlorenen Menschen in die Freiheit zu führen. Einige alttestamentliche Stellen sind eindeutig genug: Read the rest of this entry
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Der Psalm 22 beschreibt das Leiden eines Menschen, der sich von Gott total verlassen fühlt. Es ist nicht klar, ob der Autor dieses Psalms, David, auf einen Abschnitt seines eigenen Lebens verweist oder ob er auf jemand anderen schaut. Vieles in diesem Psalm lässt vermuten, dass er vielleicht an die Ereignisse denkt, als er vor seinem eigenen Sohn Absalom fliehen musste:
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf…
Psalm 22:7-8
Die Tradition der Kirche hat in diesem Psalm eine erstaunliche Prophetie über das Leiden Christi erblickt. Es ist nicht nur eine vage Vermutung, denn das Neue Testament unterstützt explizit diese Sicht. Das 27. Kapitel vom Matthäusevangelium erwähnt mindestens 4 mal diesen Psalm:
- der Vers 35 erwähnt zum Beispiel, dass die Kleider Jesu geteilt wurden (Ps. 22,19)
- der Vers 39 berichtet über diejenigen, die Jesus verspottet haben (Ps. 22,8)
- im Vers 43 wird Jesus verhöhnt, in dem man ihm empfiehlt, sich wegen seinem Leiden an Gott zu wenden (Ps. 22,9)
- der Vers 46 zitiert den Aufschrei Jesu: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Ps. 22,2) Read the rest of this entry
Jesus Christus, wahrer Gott
Vor ein Paar Tagen habe ich eine Einladung der Zeugen Jehovas erhalten: es ging um eine Konferenz über die Person Jesu. Ich unterhalte mich gerne mit den Zeugen Jehovas aber ich werde nicht diese Veranstaltung besuchen, weil ich schon genau weiß, was sie über Jesus Christus behaupten werden. Wie die Arianisten damals verwerfen nämlich die Zeugen Jehovas die biblische Lehre der Dreieinigkeit (oder Dreifaltigkeit). Für sie ist Jesus Christus ein Gott aber nicht der ewige Gott.
Die Bibel lehrt jedoch ganz klar – und dies an vielen Stellen, dass Jesus Christus der menschgewordene ewige Sohn Gottes ist. Er wurde nie erschaffen, sondern genießt eine ewige Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Es ist heilsnotwendig, dass wir erkennen, wer Jesus wirklich ist.
Der Heidelberger Katechismus unterstreicht, wie notwendig es ist, dass unser Heiland wahrer Gott sei:
17. Frage: Warum muss er zugleich wahrer Gott sein?
Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist, kann ein Mensch die Last des Zornes Gottes ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.
In anderen Worten hätte eine andere Person als Gott selbst nicht die Macht, uns von der Sünde und deren Folgen zu erlösen. Read the rest of this entry
Was beinhaltet das Evangelium?
Was beinhaltet das Evangelium? Was muss man glauben, um gerettet zu werden? Was muss ein Christ sagen, wenn ihm diese Frage gestellt wird.
Ich möchte hier versuchen, die Botschaft des Evangeliums in wenigen Punkten zusammen zu fassen:
- Gott ist der allmächtiger Schöpfer des Universums. Seit der Ewigkeit her ist er vollkommen gut, heilig und gerecht.
- Es war sein guter Wille, uns zu erschaffen. Unser Leben ist ein Geschenk und liegt ganz in seiner Hand.
- Wir wurden als verantwortliche Wesen geschaffen, um unserem Schöpfer frei zu dienen und seine Liebe zu genießen.
- Unsere ersten Vorfahren, und anschließend wir, haben Gott den Rücken gekehrt. Die Folgen von diesem Ungehorsam sind die Trennung von ihm und die Sündhaftigkeit unserer jetzigen Natur.
- Gott redet dennoch zu uns durch das Gewissen, welches uns verurteilt, und vor allem durch sein geoffenbartes Wort, die Bibel.
- Gott zeigt uns durch sein Gesetz wie Er ist und was Er von uns verlangt. Seine Gebote sind gut und gerecht. Wer sie erfüllt, wird leben.
- Wegen unserem sündigen Zustand können wir aber die Anforderungen des Gesetzes nicht erfüllen und machen uns vor Gott noch mehr schuldig.
- Die Konsequenz für unsere zahlreichen Übertretungen ist der ewige Tod. Wir werden eine Ewigkeit lang den gerechten Zorn Gottes spüren müssen.
- In seiner Liebe hat sich der dreieinige Gott einen Rettungsplan ausgedacht. Die zweite Person der Dreifaltigkeit, der Sohn Gottes, war vom Anfang an bereit, diesen Plan umzusetzen
- Als die Zeit gekommen ist, wurde er Mensch und von einer Frau geboren. Gott wurde ein Mensch aus Fleisch und Blut, ohne jedoch die sündige Natur des Menschen zu erben.
- Jesus Christus hat unter dem Gesetz gelebt und war sein Leben lang vollkommen gehorsam. Nie hat Er ein einziges Gebot übertreten, obwohl er uns in allem ähnlich war.
- Jesus ist am Kreuz stellvertretend für uns Sünder gestorben. Er hat den Zorn Gottes an unserer Stelle gespürt und die gerechte Strafe für die Sünde auf sich ergehen lassen.
- Am dritten Tag ist er auferstanden, wurde von vielen gesehen und nach 40 Tagen ist er zurück zum Vater gegangen. Er wird zurückkommen und die Welt richten.
- Wer an sein stellvertretendes Opfer glaubt und von seiner bisherigen Lebensweise umkehrt, empfängt die Vergebung der Sünden und wird gerecht gesprochen.
- Er/sie steht nicht mehr unter dem Zorn Gottes, sondern ist vom Tod zum Leben übergegangen. Er/sie wird dann als Kind Gottes angenommen und das ewige Leben erben.
Der Spross Davids
Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.
Jesaja 11, 1Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.
Offenbarung 5, 5
Eine Besonderheit des sozialen und religiösen Lebens in Israel war die Trennung folgender Ämter: Königtum, Priestertum und Prophetentum. Ein König durfte zum Beispiel kein Priester sein und ein Priester durfte auch kein König werden.
Jesus vereinigt aber in seiner Person alle drei Ämter:
- Als Sohn Davids ist er König Israels.
- Er ist ewiger Priester nach der Ordnung Melchisedeks.
- Er ist das lebendige Wort Gottes; durch ihn hat Gott zuletzt geredet.
Jesus Christus ist nicht nur nach dem Hebräerbrief unser Hohepriester. Er wird auch nach mehreren alttestamentlichen Prophetien Spross Davids oder auch Wurzel Davids genannt. Als er auf Erde war, wurde er ihm oft der Titel Sohn Davids gegeben. Was bedeuten diese Bezeichnungen genau? Read the rest of this entry
Die Versöhnung: begrenzt oder unbegrenzt?
Man hört oft von Christen, dass sie dem Calvinismus nur in 4 Punkten zustimmen (es sind 5 vorhanden!). Was sie nicht akzeptieren können, ist der dritte Punkt, der besagt: Jesus ist nur für die Erwählten gestorben. Man nennt diesen Punkt im theologischen Jargon: begrenzte Versöhnung.
Eigentlich gefällt mir das Adjektiv begrenzt auch nicht. Man könnte nämlich denken: das Wirken Gottes hat Grenzen. Aber wie einer gesagt hat, menschliche Sprachen sind begrenzt, wenn es darum geht, die großen Werke Gottes zu beschreiben. Mit begrenzt wird in Wirklichkeit gemeint, dass nur eine begrenzte Anzahl von Menschen die Früchte vom Tod Jesu am Kreuz wirklich erntet.
Die Schrift bestätigt in vielen Stellen, dass Jesus sein Leben für die Seinen gibt oder sein Blut für die Gemeinde vergießt:
Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Johannes 10, 14-15So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.
Apostelgeschichte 20, 28 Read the rest of this entry
Cur Deus Homo? Warum wurde Gott Mensch?
Warum wurde Gott Mensch? So lautet das Werk, welches Anselm von Canterbury am Ende des 11ten Jahrhunderts geschrieben hat. Es ist nicht meine Absicht, kurz vor Weihnachten, einen Artikel über die Satisfaktionslehre von Anselm zu schreiben! Mir geht es darum, folgende Frage zu klären: Warum die Menschwerdung? Warum kam der ewige Sohn Gottes unter uns? Ich möchte mich auch kurz fassen: Jesus kam nicht, um aus uns bessere Menschen zu machen; er kam, uns zu erlösen. Sein Kommen war eine Rettungsexpedition.
Heute ist es so, dass die meisten Menschen immer noch auf eine bessere Welt hoffen. Leider muss ich euch enttäuschen; die Welt wird nicht besser werden. Man braucht nur die konkreten Ergebnisse des Klimagipfels von Kopenhagen, der heute zu Ende kommt, zu sehen und man wird schnell feststellen, wie egoistisch und unverantwortlich der Mensch sein kann. Die Bibel warnt uns, dass Gott diejenigen richten wird, die die Erde vernichten. Wir sind alle betroffen.
…und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten.
Offenbarung 11, 18 Read the rest of this entry

