Die 5 Punkte des Calvinismus
Man hört oft, dass Calvinisten an die 5 Punkte glauben (oder nur an 4 davon). Aber was sind diese 5 Punkte? Obwohl diese sogenannten Lehrregeln bei der Dordrechter Synode von 1619 im den Niederlanden enstanden sind – sie stammen deshalb nicht aus Calvins Hand – sind sie Bestandteil der Lehre der Reformation. Luther hätte bestimmt zugestimmt.
Aber wie kam man zu dieser Formulierung? Damals lehrten die Jünger von einem bestimmten Jacobus Arminius, Theologieprofessor aus Leiden, folgende Punkte:
- Der Mensch ist von Natur aus verdorben und versucht nicht, Gott zu suchen, es sei denn, Gott, in seiner Gnade, kommt ihm entgegen.
- Gott bestimmt das Schicksal von jedem Menschen im voraus, indem er vorausschaut, wer an Ihn glauben wird und wer nicht.
- Jesus Christus hat am Kreuz sein Leben für alle Menschen geopfert.
- Der Mensch kann im schlimmsten Fall Gottes Gnade widerstehen.
- Die Erlösung kann wieder verloren werden, wenn man nicht im Glauben beharrt.
Jacobus Arminius wollte, wie man sieht, die Freiheit des Menschen retten und Gott sympathischer machen. Heute werden seine Ansichten von den meisten evangelikalen Christen angenommen.
Die Reformierte Kirche war jedoch der Meinung, dass diese Äußerungen der Lehre der Bibel nicht entsprechen. Reformierte Theologen aus mehreren Ländern antworteten bei der Dordrechter Synode mit den sogenannten 5 Punkten des Calvinismus.
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Was bedeutet “völlige Verderbheit”?
Es geht darum zu wissen, welche Fähigkeiten dem Menschen nach dem Sündefall übrig bleiben. Alle (ausgenommen die Pelagianier ) sind sich einig, dass der Mensch tief in der Sünde steckt. Sein ganzes Wesen (Verstand, Herz und Wille) ist durch die Erbsünde schwer getroffen worden.
Wenn sie sagen, dass der Mensch völlig verdorben ist, meinen die Calvinisten nicht, dass er gar nichts Gutes zustanden bringen kann, sondern dass er Gottes Willen nicht tut, obwohl das Gesetz auf seinem Herz geschrieben ist, und aus eigener Initiative Gott weder finden noch suchen wird. Nicht nur das, sie meinen auch, dass Gott den Verstand des Menschen, sein Herz und seinen Willen völlig erneuern muss, bevor er mit Gott etwas anfangen kann.
Bibelbelege: 1Mose 6, 5 * Psalm 143, 2 * Jesaja 64,6 * Jesaja 66,4 * Jeremia 13,23 * Markus 7,21-23 * Johannes 11,25 * Joahnnes 14,17 * Römer 3,9-18 * Römer 3,23 * Römer 5,14-19 * Römer 8,5-8 * Römer 8,43-47 * 1Korinther 2,14 * 1Korinther 15, 21-22 * Epheser 2,4-5 * Kolosser 2,13 * Titus 1,15 * Titus 3,3-5 * 1Petrus 4,6 * 1Johannes 1,8
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Was versteht man unter “bedingungslose Erwählung”?
Da der Mensch völlig auf Gott angewiesen ist, was sein Heil angeht, stellt sich die Frage: Warum werden Menschen gerettet und andere nicht? Arminius dachte, dass Gott ungerecht ist, wenn Er sich nur bestimmte Menschen aussucht und andere verwirft. deshalb muss Gott seine Gnade allen anbieten und die Menschen entscheiden letztendlich, ob sie diese Gnade annehmen oder nicht. Nur so kann Gott gerecht bleiben.
Das Hauptproblem dabei ist, dass nirgendwo die Schrift diesen schönen Gedanken unterstützt. Es sieht wirklich so aus, als ob der Wille des Menschen sich ohne Erneuerung nicht bewegen lässt. Wenn Gott diese Erneuerung bei einigen bewirkt, warum macht es das nicht bei anderen? Die einzige Antwort ist, dass Gott bestimmte Menschen zum Heil erwählt und andere in ihrer Verlorenheit stehen lässt. Dabei ist Gott nicht ungerecht, weil die Menschen gar nichts verdienen, nur seine gerechte Strafe. Wenn Er trotzdem einige erlöst, zeigt Er ihnen nur unverdiente Gnade.
Bibelbelege: 2Mose 6,7 * 5Mose 7,6 * 1Könige 19,18 * Jesaja 43,20-21 * Maleachi 3,16-18 * Matthäus 22,14 * Johannes 6,37 * Johannes 15,16 * Apostelgeschichte 4,28 * Apostelgeschichte 13,48 * Römer 8,27-30 * Römer 9,11-13 * Römer 9,16 * Römer 9,29 * Römer 11,5-7 * 1 Korinther 2,7 * Epheser 1,4-5 * Epheser 1,11 * Kolosser 3,12 * 1Thessalonicher 1,4 * 2Thessalonicher 2,13 * Titus 1,1 * 1Petrus 1,1-2 * 1Petrus 2,6-9 * 2Petrus 1,3 * Offenbarung 17,8
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Was versteht man unter begrenzte Versöhnung?
Dieser Punkt ist bei einigen Calvinisten sehr strittig. Er sagt, dass Christus ausschließlich für die Erwählten gestorben ist, also nicht für die ganze Welt. Warum würde Er sein kostbares Blut für Menschen vergießen, die sowieso nicht gerettet werden? Das Adjektiv begrenzt ist irreführend, denn man könnte verstehen, dass das Werk Jesu nicht ausreichen würde, um die ganze Welt zu retten. So ist es nicht gemeint: es könnte, tut es aber nicht.
Bibelbelege: Psalm 85,2 * Jesaja 53,8 * Matthäus 1,21 * Johannes 10,14-16 * Johannes 10,26-27 * Römer 8,29-34 * 1Korinther 1,22-24 * Titus 2,14 * Hebräer 9,15 * Hebräer 10,14
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Was bedeutet “unwiderstehliche Gnade”?
Wenn Gott so allmächtig ist und der Mensch so verdorben ist, dann muss die Rettung ein gewaltiges Akt sein, wo Gott geistlich Toten zum Leben erweckt und ihren Verstand, ihr Herz und ihren Willen erneuert und dazu befähigt, positiv zu reagieren. Deshalb ist die Gnade Gottes unwiderstehlich. Dabei ist der Mensch kein Roboter, der nur tut, was Gott in ihm “hineinprogrammiert”. Seine Persönlichkeit wird durch diese “Wiedergeburt” zum einem neuen Leben erweckt. Er wird in die Freiheit versetzt und kann dann freiwillig “seine” persönliche Entscheidung für Jesus treffen.
Bibelbelege: 1Mose 50,20 * Psalm 65,5 * Jesaja 55,11 * Hesekiel 36,26-27 * Johannes 1,12-13 * Johannes 3,6 * Johannes 5,21 * Johannes 6,37-39 * Johannes 6,44 * Johannes 6,65 * Johannes 17,2 * Apostelgeschichte 13,48 * Apostelgeschichte 18,27 * Apostelgeschichte 20,32 * Römer 1,6-7 * Römer 8,30
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Was versteht man unter “Beharrlichkeit der Heiligen”?
Es muss uns klar sein, dass der allmächtige Gott nichts unternimmt, was scheitern kann. Wenn Gott einen Menschen rettet, Er bewahrt ihn auch so, dass dieser Mensch nicht verloren gehen kann.
Wenn es stimmt, warum fallen dann bestimmte Christen vom Glauben ab und bis zu ihrem Tod nie wieder zurückkehren? Die Antwort ist, dass es zwar Menschen waren, die den Glauben bekannt haben, aber nie wiedergeboren waren, denn wenn sie echte Kinder Gottes gewesen wären, hätten sie bis ans Ende im Glauben beharrt.
Wie kann es möglich sein, dass jemand, der gerade die Willensfreiheit besitzt und trotzdem ein Sünder bleibt, sich nicht doch gegen Gott enstcheiden kann? Es kommt daher, dass der Heilige Geist ständig in diesem Menschen am Wirken ist und ihn vor einer falschen Entscheidung bewahrt.
Bibelbelege: Psalm 31,24 * Psalm 37,28 * Psalm 55,23 * Psalm 121 * Jesaja 46,3-4 * Jeremia 32,39-40 * Johannes 5,24 * Epheser 4,30 * 1Thessalonicher 5,23-24 * 2Timotheus 2,13 * Hebräer 3,14 * Hebräer 6,17-19 * 1Petrus 1,3-5 * 1Petrus 5,10 * 1 Johannes 2,19 * 1Johannes 3,9 * 1Johannes 5,11-13

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