Archiv der Kategorie: Was ist Gemeinde?
15-16 September 2011
WAS DIE KIRCHE BEKENNT…
Ort: Bergheimer Straße 147, 69115 Heidelberg Read the rest of this entry
Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus
Viele Christen werden wohl das Wort Dispensationalismus nie gehört haben, und dennoch bestimmt diese Lehre vielleicht mehr als sie denken ihr eigenes Verständnis der Bibel.
Eigentlich könnte man dieses eher technische Wort so umschreiben: Lehre der Haushaltungen oder der Zeitalter. Die Dispensationalisten verstehen die Heilsgeschichte als eine Abfolge von Zeitaltern, die oft wenig miteinander zu tun haben : es gibt zum Beispiel das Zeitalter des mosaischen Gesetzes, das Zeitalter der Gnade oder das Zeitalter des tausendjährigen Reichs.
Die meisten Reformierten vertreten eine andere Ansicht: die sogenannte Theologie des Bundes.
Es ist aber nicht so, dass die Lehre des Dispensationalismus einheitlich ist. Wir finden einige Variationen:
- C.I. Scofield sieht zum Beispiel als Hardliner 7 Zeitalter: Unschuld, Gewissen, menschliche Regierung, Verheißung, Gesetz, Gnade, Königreich.
- E.W. Bullinger (nicht der Reformator!) unterteilt die Bibel so: Gott redet direkt zu einzelnen Menschen, Gott redet durch Propheten zu Israel, Gott redet durch seinen Sohn Jesus zu Israel, Gott redet durch die Apostel zu Israel, Gott redet durch Paulus zu den Nationen, Gott redet durch Johannes zu Israel.
- In der Praxis werden wir oft mit einer vereinfachten Version zu tun haben: Zeitalter Israels, Zeitalter der Gemeinde, Tausendjähriges Reich. Read the rest of this entry
Ist jeder Christ ein Missionar?
Es ist traurig, festzustellen, wie viele evangelikale Christen Begriffe wie Mission oder Evangelisation missbrauchen können. Denken wir zum Beispiel an die ARD-Sendung Panorama vom 08.10.2009, die ein schlechtes Licht auf die die christliche Organisation Jugend mit einer Mission geworfen hat. Was dabei bedauerlich ist, ist nicht die Radikalisierung des Missionsgedanken (leider war der Bericht sehr unsachlich), sondern die Behauptung, dass junge unerfahrene Christen vollwertige Missionare oder Evangelisten sein können.
Das Amt des Evangelisten
Bei den meisten Evangelikalen ist der Gedanke fest verankert, dass Evangelisation darin besteht, Licht und Salz zu sein oder den eigenen Glauben im Sinne von 1 Petrus 3,15 zu verteidigen:
Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, Read the rest of this entry
Wo ist wahre Kirche?
Ich knüpfe an den Artikel von Apologet.de an ( Was heißt hier reformatorisch? ) und möchte zeigen, dass es in den Gedanken von Reformatoren wie Luther, Zwingli und Calvin nicht um die Frage ging: Wie können wir, jetzt dass wir das Prinzip der Sola Scriptura wieder entdeckt haben, die konfessionellen Grenzen abschaffen? Für sie ging es primär um konkrete Frage wie: Wo ist wahre Kirche, wo ist Einheit möglich und mit wem kann ich Gemeinschaft am Tisch des Herrn haben? Denn zur Zeit der Reformation gab es zahlreiche radikale Sekten, die ebenso den Anspruch erhebten, die Kirche zu reformieren.
Diese Frage ist äußerst aktuell, gerade weil wir in einer Zeit leben, wo insbesondere in der ev. Welt nach Einheit gestrebt wird (im Rahmen der Evangelischen Allianz zum Beispiel), und weil unsere Bekenntnisse zwangsläufig ein wenig in den Hintergrund rücken.
Um diese Frage zu lösen, war – dies gilt für alle Reformatoren – das Glaubensbekenntnis von höchster Bedeutung. Es bildete keine Autorität neben der Heiligen Schrift, sondern war ein konsensuales Hilfsmittel, um festzulegen, was biblisch ist. Sola Scriptura bedeutete niemals, dass man die Schrift willkürlich auslegen durfte! In manchen reformierten Kirchen ist es am Sonntag üblich, einen zweiten Gottesdienst nachmittags zu feiern, wo der Katechismus ausgelegt wird. Dass manche antikonfessionellen reformierte Christen (wie Martyn Lloyd-Jones zum Beispiel) diese Praxis verurteilen, ändert nichts an der Tatsache, dass es eine reformierte Tradition war und bleibt. In den Gedanken der Reformatoren war jede Abweichung von den Bekenntnissen ein Indiz für unbiblische Lehre und ebenso dafür, dass man eventuell mit einer “falschen” Kirche zu tun hatte. Read the rest of this entry
Gottes Gegenwart beim Gottesdienst
Warum ist der reformierte Gottesdienst feierlich aber auch ernst, für viele vielleicht zu enst? Es ist in vielen Freikirchen heute üblich, den Gottesdienst relativ locker zu gestalten. Man lacht gerne und Gottesdienstleiter machen oft Witze. Es ist auch nicht unüblich, dass man ganz am Anfang mit einer coolen Formel begrüßt wird, wie: “Schön, dass Ihr es geschafft habt, heute in den Gottesdienst zu kommen!“
Diese Ansicht mag viel Zustimmung bei unseren Geschwistern finden, sie verkennt leider den wahren Sinn des Gottesdienstes. Es ist äußerst wichtig zu begreifen, dass während dem Gottesdienst der Herr in der Mitte seines Volkes ist. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns total anders verhalten würden, wenn wir diesen heiligen Gott “sehen” könnten.
Gott ist selbstverständlich immer bei seinen Kindern, auch wenn sie alleine im “Kämmerlein” beten. Christen sind auch nicht mehr an einem bestimmten Ort gebunden, wie im Alten Testament, wo die Menschen an dem Tempel von Jerusalem gebunden waren. Read the rest of this entry
Was ist Taufe?
Für viele Christen wird die Taufe als persönliches Zeugnis und nicht als Sakrament verstanden. Mit der Taufe vollzieht der Täufling einen Gehorsamsschritt und bezeugt damit seinen Glauben „vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt“. Dieses Verständnis ist nicht falsch, dennoch unvollkommen, denn es zeigt nur die menschliche Seite des Glaubens. Dadurch wird nicht dokumentiert, dass in erster Linie Gott die Rettung eines Menschen bewirkt und nicht der freie Wille. Dadurch wird auch nicht ausreichend betont, dass Gott durch die Taufe unseren Glauben stärken möchte, was die eigentliche Bedeutung des Sakraments ist.
Die Taufe ist ein Befehl des Herrn.
Dass ein Mensch getauft wird, wenn er zum Glauben findet, ist in der Tat Gehorsam, denn der Herr Jesus selbst hat die Taufe angeordnet, als Er seinen Jüngern den Missionsbefehl gab:
Jesus kam und sagte zu seinen Jüngern: »Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.«
Matthäus 28, 18-20 Read the rest of this entry
Humanitäre Hilfe und Mission
Vor kurzem hat ein Fernseh-Beitrag des ZDF (Frontal 21 vom 4. August 2009) die Aufmerksamkeit von vielen erregt. Dabei wurde die Frage gestellt, ob evangelikale Mission die Arbeit humanitärer Organisationen in nicht-christlichen Ländern nicht erschweren würde? In anderen Worten: Ist das, was diese Gruppierungen machen, nicht eher Unfug, so dass sie lieber Platz für wichtigere Aufgaben machen sollten?
Zunächst müssen wir definieren, was unter Mission vestanden wird. Wenn eine katholische Organisation wie die Caritas evangelikale Werke kritisiert, weil sie neben ihrem (pseudo)humanitären Einsatz Menschen aus anderen Religionen “bekehren” wollen, versteht sie Mission eher als einen guten Dienst an die Menschen. Darunter verbirgt sich selbstverständlich ein bestimmtes theologisches Verständnis: Mission, genauer gesagt Diakonischer Dienst, ist vor allem ein Liebeserweis an die Menschen. Read the rest of this entry

