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Echtes Fasten

25 Feb 2009 · 1 Kommentar

Ab heute beginnt für manche die Fastenzeit. Ich sage bewusst manche, weil Fasten bei Christen nicht mehr sehr aktuell ist. Ich selbst als evangelischer Christ meine, wir sollten keiner Tradition blindlings folgen, aber ich finde trotzdem schade, dass Protestanten und Evangelikale nicht mehr fasten können. Das liegt sicherlich daran, dass der Sinn des Streites, den die Reformatoren gegen die katholische Fastenzeit geführt haben, nicht richtig verstanden wurde. Man wollte damals ausdrücken, dass ein Christ sich keiner menschlichen Tradition unterwerfen soll (siehe dazu Galater 5,1 und Kolosser 2,16). In Jesus erlangt er seine Gerechtigkeit nicht mehr durch Gesetzlichkeit, sondern durch Gnade. Aber warum und wie sollten die Christen heute fasten? Dazu eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja:

Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet?… Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Jesaja 58, 5-7 (mehr…)

Kategorien: Altes Testament · Glaubensleben
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Echte Bekehrung

22 Feb 2009 · Kommentar schreiben

repentanceDer amerikanische Prediger Paul Washer ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn er Jugendlichen das Evangelium verkündet. Der reformierte Baptist ist ein Befürworter der Rettung zur Herrschaft (Lordship Salvation) und predigt laut, dass eine echte Bekehrung zu Jesus Christus eine tiefgreifende Veränderung mit sich bringt. Wer sich eine Meinung über die Botschaft von Paul Washer bilden möchte, kann eine typische Botschaft von ihm auf YouTube anschauen: Es heißt Shocking Message.

Washer hat sich keine Freunde bei den modernen „Arminianern“ gemacht, die eine Rettung durch „kostenlose“ Gnade befürworten. Im Gegensatz zu ihm behaupten sie, dass Rettung nur eine Entscheidung voraussetzt und keine Buße. Was wird Paul Washer vorgeworfen? Auf der Website http://www.jesus-is-savior.com wird behauptet, dass er ein falscher Lehrer ist, weil er mit seinem Ruf zur Buße eine Werksgerechtigkeit predigt. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben · Reformierte Heilslehre
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Vergeben und vergessen

14 Feb 2009 · Kommentar schreiben

vergebungEine der wichtigsten Aufforderung des Wortes Gottes an uns Christen ist die Bereitschaft, immer wieder zu vergeben. Ein Christ, der nicht bereit ist, Barmherzigkeit zu erweisen, hat das Wesen seiner Religion nicht wirklich verstanden. Dieses wichtige Prinzip wird im Lukasevangelium von Jesus unterstrichen:

Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.
Lukas 17, 3-4

Gott ist barmherzig, deshalb sollen wir auch vergeben

Die Heilige Schrift betont immer wieder, dass Gott langsam zum Zorn und reich an Barmherzigkeit ist. Gott vergibt gerne. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben
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What would Jesus do? Was würde Jesus tun?

10 Jan 2009 · 2 Kommentare

wwjdDer französische Theologe Pierre Abélard (Petrus Abaelard) lebte im Mittelalter. Abaelard ist nicht nur für seine verbotene Liebe zu Heloisa bekannt, sondern auch für seine besondere Christologie.

Abaelard wehrte sich vehement gegen die klassische Theologie (siehe dazu folgenden Artikel), wonach Jesus am Kreuz gestorben ist, um die Sünder durch sein Blut zu erkaufen. Er meinte, dass Jesus aufgrund seiner Hingabe für uns ein Vorbild ist. Es gibt keine größere Liebe als sein Leben für seine Freunde zu geben, hat Jesus einmal gesagt. In anderen Worten: Wir sollten den Heiland nachahmen.

Heute hat sich eine ähnliche theologische Richtung gebildet, die sich nicht auf das konzentriert, was Christus für uns getan hat, sondern auf das, was wir für ihn tun könnten. Diese Ansicht hat sich vor allem in den USA entwickelt, aber sie ist auch in Europa durch die Armbänder WWJD bekannt geworden: What would Jesus do? (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben
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Was „christozentrisch“ heißt

30 Nov 2008 · Kommentar schreiben

Im Kolosserbrief äußert der Apostel Paulus den Wunsch, dass die Herzen der Christen gestärkt werden in der Liebe und zur Fülle des Verstehens gelangen…

…zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Kolosser 2, 2-3

Für ihn steht außer Frage, dass man ohne Christus Gott weder gefallen noch wirklich erkennen kann. Eine Gefahr für die Gemeinde in Kolossä stellten die sogenannten Proto-Gnostiker dar, die ein Geheimwissen und ein völlig falsches Jesubild verkündeten.

Heute noch besteht das Risiko, dass man einen christlichen Glauben ohne den echten Jesus lebt. In Kirchen und Gemeinden befinden sich 2 Kategorien von Menschen, die in diese Gefahr geraten könnten:

  1. Christen, die Religion ausschließlich als Moral verstehen. Für sie war Jesus, der Autor der Bergpredigt, nichts anderes als ein Weltverbesserer.
  2. Andere sind Christen, meistens unter den Evangelikalen zu finden, die, wenn sie von Jesus reden, auf sich selbst und ihre Gemeinde schauen und in Aktivismus verfallen. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben · Neues Testament
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Gottesdienst nach Lust und Laune?

16 Aug 2008 · Kommentar schreiben

Seit einigen Jahren sind die sogenannten Gästegottesdienste in vielen Gemeinden üblich geworden. Im Gegensatz zum „normalen“ Gottesdienst bietet ein Gästegottesdienst (oder Gottesdienst für Kirchenferne) die Möglichkeit, einige Experimente zu machen: neben einer verkürzten Botschaft werden theatralische Darbietungen oder Lobpreistanz angeboten, und das Publikum wird mehr eingebunden als im Normalfall.

Schön und gut, könnte man sagen: Wenn man Kirchenferne erreichen will, muss man auch den Gottesdienst schmackhaft machen. Eine Frage stellt sich nur: Darf man das?

Für die lutherische Kirche und die meisten Evangelikalen gilt das Prinzip: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Ob die Heilige Schrift oder die guten Sitten bestimmen sollen, was verboten ist, wird aber meistens nicht spezifiziert. Darf man zum Beispiel einen Party-Gottesdienst feiern oder einen Motorrad-Gottesdienst?

Für die Reformierten gilt längst ein anderes Prinzip, das sogenannte regulative Prinzip. Darunter wird verstanden, dass alles, was in der Schrift nicht explizit genannt wird, verboten ist. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben · Systematische Theologie
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Muss man Gott fühlen, um zu glauben?

22 Jul 2008 · 3 Kommentare

Viele Christen meinen, sie können Gott nicht fühlen und deshalb fällt es ihnen schwer, in ihrem Glaubensleben voran zu kommen. Wenn Gott in ihrem Leben mächtig eingreifen würde, so sagen sie, dann wäre das der ausschlaggebende Punkt für ihren Glauben. Sie könnten sich mit Überzeugung für Ihn einsetzen. Im Grunde suchen sie dabei Beweise für die Existenz Gottes, ohne es zuzugeben.

„Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht“, sagte der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Damit meinte er, Gott lässt sich nicht unserem Verstand unterwerfen. Gott offenbart sich auch nicht gerade, wo und wann wir Ihn brauchen. Sicherlich gibt Er genug Zeichen von seiner Macht und Liebe, aber nicht gerade wie es uns passt. Denn Gott ist souverän, wir können Ihn nicht zwingen. Wenn Er manchmal Gebete beantwortet, die seinem Willen nicht unbedingt entsprechen, ist es nur, weil Er uns gnädig ist. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben
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Religion zum Anfassen!

24 Mai 2008 · Kommentar schreiben

Vor einiger Zeit habe ich eine interessante Kritik von David Wells gelesen: es heißt Natural Vs. Supernatural Religion. In diesem Artikel bezeichnet Wells die modernen Spiritualitätsformen, die sich zur Zeit in der Aufkommenden Gemeinde („Emerging Church“) oder sogar in den Gemeinden für Kirchenfernen entwickeln, als natürliche Religion. Auf der anderen Seite gibt es das, was er übernatürliche Religion nennt; darunter versteht er den rechtmäßigen Gottesdienst, so wie er bisher nach dem biblischen Vorbild (Apostelgeschichte 2, 42) gefeiert wurde.

Nach seiner Auffassung sind die Merkmale der natürlichen Religion folgende:

  • der Zugang zu Gott ist selbstverständlich; wir brauchen keine besondere Vorbereitung dazu. Wenn ich mich entscheide, einen Spaziergang im Wald zu machen, habe ich einen unmittelbaren Zugang zu der Natur und kann sie nach Lust und Laune genießen. Wenn ich einen Gottesdienst für Kirchenfernen besuche, kann ich mich gemütlich hinsetzen und mich auf das Angebot einstellen. Ich entwickle damit auch eine Verbrauchermentalität, urteile über die Qualität der Veranstaltung, evaluiere und kritisiere die Darsteller. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben
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Die Regeln des Gebets nach Johannes Calvin

19 Mai 2008 · Kommentar schreiben

Psalm 147, 11 verkündet:

Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.

Wie sehr wir Gott fürchten, zeigt sich im Gebet. Wie wir mit Gott reden beweist, wie hoch wir ihn schätzen.

Im dritten Buch seines Hauptwerks Unterricht in der christlichen Religion (Kapitel 20) spricht Johannes Calvin über das Gebet. Er erwähnt vier Regeln, die unser Gebet leiten sollten. Ich möchte diese Gedanken des Genfer Reformators einfach so wiedergeben, obwohl uns der damalige Stil ein wenig fremd erscheinen mag. Beachten wir, wie sehr sich diese Auffassung von vielen heutigen Meinungen unterscheidet, die oft das Gespräch mit Gott auf eine Art Kumpelgespräch reduzieren. (mehr…)

Kategorien: Glaubensleben
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