Archiv der Kategorie: Altes Testament
Der Sündenfall
Die Historizität des Sündenfalls
Wenn wir uns mit dem Sündenfall befassen, dann müssen wir als allererstes fragen: Haben wir hier mit einem historischen Ereignis zu tun oder handelt es sich bei dem biblischen Bericht um ein Mythos? Haben Adam und Eva wirklich existiert oder sind sie nur als Urtypen der Menschheit zu deuten?
Wenn wir davon ausgehen, dass wir mit einem Mythos zu tun haben, dann werden wir schnell von theologischen Problemen überwältigt. Das geht so weit, dass wir irgendwann Lehren wie die Verderbheit des Menschen, die Realität der Sünde und die Notwendigkeit der Erlösung über Bord werfen müssen. Natürlich ist unter diesen Umständen ein gewisser Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes noch möglich, aber es stellt sich bald die Frage: Welche Berechtigung hätte dann die Menschwerdung Christi. Warum ist der Sohn Gottes Mensch geworden und wozu hat er sein Leben am Kreuz geopfert, wenn wir besser werden könnten und uns selbst retten würden? Read the rest of this entry
Augustinus über 1Mose 2,5
Der folgende Text stammt aus “De Genesi contra Manichaeos” vom Kirchenvater Augustinus. Wie man feststellen wird, ist seine allegorische Auslegung von 1Mose 2,5 ziemlich “umwerfend”:
Kapitel 3 Was das Grüne des Feldes bedeutet (1Mose 2,5)
4. Deshalb wurde der Tag gemacht, an dem Gott Himmel und Erde, und all das noch nicht vorhandene Grüne des Feldes und alle Nahrung auf den Feldern erschuf. Vorher sprach die Schrift von sieben Tagen; jetzt sagt sie, es gibt doch einen Tag, an dem Gott Himmel und Erde und all das Grüne des Feldes und jede Nahrung gemacht hat. Wir verstehen richtig, wenn wir diesen Tag als den ganzen Ablauf der Schöpfung deuten. Denn Gott hat die Zeit sowie die irdischen Geschöpfe erschaffen, und „Himmel und Erde“ umfassen diese sichtbaren Geschöpfe. Read the rest of this entry
Mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Der Psalm 22 beschreibt das Leiden eines Menschen, der sich von Gott total verlassen fühlt. Es ist nicht klar, ob der Autor dieses Psalms, David, auf einen Abschnitt seines eigenen Lebens verweist oder ob er auf jemand anderen schaut. Vieles in diesem Psalm lässt vermuten, dass er vielleicht an die Ereignisse denkt, als er vor seinem eigenen Sohn Absalom fliehen musste:
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf…
Psalm 22:7-8
Die Tradition der Kirche hat in diesem Psalm eine erstaunliche Prophetie über das Leiden Christi erblickt. Es ist nicht nur eine vage Vermutung, denn das Neue Testament unterstützt explizit diese Sicht. Das 27. Kapitel vom Matthäusevangelium erwähnt mindestens 4 mal diesen Psalm:
- der Vers 35 erwähnt zum Beispiel, dass die Kleider Jesu geteilt wurden (Ps. 22,19)
- der Vers 39 berichtet über diejenigen, die Jesus verspottet haben (Ps. 22,8)
- im Vers 43 wird Jesus verhöhnt, in dem man ihm empfiehlt, sich wegen seinem Leiden an Gott zu wenden (Ps. 22,9)
- der Vers 46 zitiert den Aufschrei Jesu: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Ps. 22,2) Read the rest of this entry
Der Spross Davids
Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.
Jesaja 11, 1Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.
Offenbarung 5, 5
Eine Besonderheit des sozialen und religiösen Lebens in Israel war die Trennung folgender Ämter: Königtum, Priestertum und Prophetentum. Ein König durfte zum Beispiel kein Priester sein und ein Priester durfte auch kein König werden.
Jesus vereinigt aber in seiner Person alle drei Ämter:
- Als Sohn Davids ist er König Israels.
- Er ist ewiger Priester nach der Ordnung Melchisedeks.
- Er ist das lebendige Wort Gottes; durch ihn hat Gott zuletzt geredet.
Jesus Christus ist nicht nur nach dem Hebräerbrief unser Hohepriester. Er wird auch nach mehreren alttestamentlichen Prophetien Spross Davids oder auch Wurzel Davids genannt. Als er auf Erde war, wurde er ihm oft der Titel Sohn Davids gegeben. Was bedeuten diese Bezeichnungen genau? Read the rest of this entry
Jesus im A.T.: der Engel des Herrn
Im Alten Testament begegnen wir oft einer rätselhaften Figur: dem sogenannten Engel des Herrn. Warum wird in den meisten Übersetzungen dieser Engel nicht einfach EIN Engel des Herrn genannt? Warum spricht dieser Bote oft mit einer solchen Autorität, als ob er selbst Gott wäre?
Lasst uns einige Stelle anschauen, wo von diesem Engel die Rede ist!
Als Hagar Saras Dienerin und Abrahams Nebenfrau auf der Flucht vor ihrer Herrin war, begegnet sie dem Engel, der zu ihr sprach:
Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.
1 Mose 16, 10
Sie nannte ihn den Gott, der mich sieht (El Roi) Read the rest of this entry
Bibel und Archäologie: Goliats Waffen

Ein gutes Beispiel, wie willkürlich die Bibelkritik manchmal mit der Heiligen Schrift umgeht, finden wir in diesem Artikel unter http://www.bibelwissenschaft.de. Dort steht zum Punkt 2.2. folgende Aussage:
Die Überlieferung von 2 Sam 21,19, wonach Goliat von Elhanan erschlagen worden sei, könnte den Ursprung der Goliatüberlieferung gebildet haben. Auf einer späteren Traditionsstufe wurde Elhanan durch David ersetzt, der sich ebenso wie jener durch Scharmützel und Kämpfe gegen die Philister hervorgetan hatte.
Wann sollte diese Textänderung stattgefunden haben? Viel später selbstverständlich. Viele bibelkritische Archäologen, wie zum Beispiel Israel Finkelstein (“Keine Posaunen vor Jericho”, “David und Salomo”…) sehen für solche Geschichten als früheste Zeit das 7te Jahrhundert vor Christus (Deuteronomisches Geschichtswerk) an. Read the rest of this entry


