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Johannes CalvinWir feiern 2009 den 500. Geburtstag von Johannes Calvin.

Geboren ist Calvin in Noyon, in der Picardie, am 10. Juli 1509. Anfangs hatte Calvins Vater beabsichtigt, seinen Sohn Theologie studieren zu lassen. Doch er ändert seinen Plan und lenkt ihn hin in Richtung Jura. Calvin beginnt vermutlich 1528 das Jurastudium in Orléans, einer damals sehr berühmten Fakultät. Er arbeitet verbissen und eifrig, lernte in wenigen Monaten Griechisch und lässt sich immer mehr von humanistischen Idealen beeinflussen. 1529 verlässt Calvin Orléans und studiert weiter in Bourges bei dem berühmten Juristen Alciat.
Nach dem Tod seines Vaters (1531) geht Johannes Calvin nach Paris; er ist jetzt unabhängig und widmet sich neben seinen juristischen vor allem literarischen Studien.

Der Mediziner Nikolaus Cop, Rektor der Pariser Universität, an der auch Calvin studiert, hält am 1. November 1533 in der Kirche des Mathurins eine Ansprache zur Semestereröffnung. Diese Ansprache, eine Auslegung der Seligpreisungen aus der Bergpredigt, ist inhaltlich ein Lob auf das Evangelium, Cop bekennt sich also zur Reformation. Die Franziskaner, in deren Kirche die Rede gehalten wird, bezichtigen Cop umgehend der Häresie, und einige Wochen nach der Rede flieht Cop aus Paris in seine Heimatstadt Basel. Sehr kontrovers wird in der Calvin-Forschung diskutiert, ob Cops Rede zum Teil jedenfalls von Calvin stammt. Wenn das stimmt, wäre Calvin schon im Herbst 1533 reformatorischer Gesinnung gewesen. Weiterlesen »

engel des herrnIm Alten Testament begegnen wir oft einer rätselhaften Figur: dem sogenannten Engel des Herrn. Warum wird in den meisten Übersetzungen dieser Engel nicht einfach EIN Engel des Herrn genannt? Warum spricht dieser Bote oft mit einer solchen Autorität, als ob er selbst Gott wäre?

Lasst uns einige Stelle anschauen, wo von diesem Engel die Rede ist!

Als Hagar  Saras Dienerin und Abrahams Nebenfrau auf der Flucht vor ihrer Herrin war, begegnet sie dem Engel, der zu ihr sprach:

Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.
1 Mose 16, 10

Sie nannte ihn den Gott, der mich sieht (El Roi) Weiterlesen »

Glaubst du an Jesus oder an Johannes Calvin? Ist dir vielleicht die Institutio wichtiger als die Bibel? Bist du Reformiert oder Christ?

Leider erwecken oft reformierte Christen den Eindruck, dass ihre Bekenntnisse und die Bücher ihrer Lieblingstheologen einen höheren Platz einnehmen als die Bibel selbst. Ich war vor wenigen Tagen in ein Gespräch verwickelt, bei welchem mein Gegenüber mir unbedingt mitteilen wollte: deine Tradition ist gefährlich; du solltest lieber die Bibel ohne irgendwelche Brille lesen und dich dabei vom Heiligen Geist führen lassen.

Können wir wegen einer menschliche Tradition von der Bibel abruschen? Warnt uns nicht der Apostel Paulus vor einer solchen Gefahr im 1 Korintherbrief, Kapitel 1:

(11) Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloë, dass Streit unter euch ist. (12) Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der Dritte: Ich zu Kephas, der Vierte: Ich zu Christus. (13) Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft? Weiterlesen »

david-and-goliath

Ein gutes Beispiel, wie willkürlich die Bibelkritik manchmal mit der Heiligen Schrift umgeht, finden wir in diesem Artikel unter http://www.bibelwissenschaft.de. Dort steht zum Punkt 2.2. folgende Aussage:

Die Überlieferung von 2 Sam 21,19, wonach Goliat von Elhanan erschlagen worden sei, könnte den Ursprung der Goliatüberlieferung gebildet haben. Auf einer späteren Traditionsstufe wurde Elhanan durch David ersetzt, der sich ebenso wie jener durch Scharmützel und Kämpfe gegen die Philister hervorgetan hatte.

Wann sollte diese Textänderung stattgefunden haben? Viel später selbstverständlich. Viele bibelkritischen Archäologen, wie zum Beispiel Israel Finkelstein (”Keine Posaunen vor Jericho”, “David und Salomo”…) sehen für solche Geschichten als früheste Zeit das 7te Jahrhundert vor Christus (Deuteronomisches Geschichtswerk) an. Weiterlesen »

leeres_grabWas ist der Kernpunkt des christlichen Glaubens? Mit Sicherheit ist es die Auferstehung Jesu. Wenn dieses wichtige Ereignis nie stattgefunden hätte, könnten Christen ihre Koffer packen. Paulus drückt es nicht sehr anders aus:

Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.
1 Korinther 15, 14

Es ist deshalb von höchster Wichtigkeit, dass wir die Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Berichte über die Auferstehung Jesu prüfen. Wie viele Kritiker bemerkt haben, gibt es scheinbare Widersprüche zwischen den Auferstehungsberichten in den 4 Evangelien. Wir nehmen uns deshalb in diesem Artikel vor, zu zeigen, dass sich diese Diskrepanzen sehr wohl erklären lassen. Weiterlesen »

lammIn diesem Jahr feiert das jüdische Volk Pesach (Ostern) zu gleichen Zeit wie die Christen. Dabei erinnern sich die Söhne Israels dankbar an die großen Werke, die Gott vollbrachte, als Er sie aus Ägypten befreit hat. Wer kennt nicht die Geschichte der 10 Plagen, zumindest aus einer Verfilmung der Geschichte? Die Isareliten schlachten immer noch am Sederabend ein einjähriges, männliches Lamm und bedenken, dass dank dieses Opfers ihre Erstgeborene vor dem Todesengel verschont worden sind, im Gegensatz zu den Ägyptern.

In Johannesevangelium lesen wir über Jesus:

Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!
Johannes 1, 29b

Was hat Johannes der Täufer im Kopf, wenn er diese Worte über Jesus sagt? Bevor ich diese Zeilen schreibe, habe ich gerade eine Predigt von einem katholischen Pfarrer gelesen. Dieser behauptet, dass Gott kein Gefallen an Opfern hat und deshalb den Tod seines Sohnes am Kreuz nie gewollt hat. Dort hätte Jesus freiwillig sein Leben geschenkt und dabei als Vorbild der Liebe dienen wollen. Weiterlesen »

Diese Woche fand in Chemnitz die Großevangelisation ProChrist 2009 statt. Ziel dieser Veranstaltung, die jede 3 Jahre organisiert wird, ist die Verkündigung des Evangeliums. Wer versucht, die heutigen Menschen mit der Guten Nachricht zu konfrontieren, weiß zu gut, wie schwer es ist, in ein tiefes Gespräch über den Glauben verwickelt zu werden, in dem die Möglichkeit besteht, das Evangelium zu sagen. Aus diesem Grund ist es eine wunderbare Chance, wenn Menschen sich zu einer solchen Evangelisation einladen lassen. Ich war deshalb sehr gespannt, wie Ulrich Parzany die Heilsbotschaft nahe bringen würde.

Nun, ich muss sagen, ich bin bis heute eher enttäuscht worden. Zwar waren die Themen gut gewählt und der Evangelist Ulrich Parzany ist jemand, der Vertrauen und Sympathie aufweckt. Die Menschen wurde in der Tat eingeladen, zu Jesus zu kommen, aber ich bezweifle, dass viele das echte Evangelium gehört haben und sich bewusst entscheiden konnten. Weiterlesen »

Manchmal frage ich mich, wenn ich bestimmte Christen höre, ob sie die Wiederkunft des Herrn überhaupt noch erwarten. Ich habe den Eindruck, dass  sich viele ein Leben nach dem Tod irgendwie vorstellen können, aber nur wenige auf die glorreiche Erscheinung unseres Herrn und auf die leibliche Auferstehung der Toten hoffen. Diese wichtigen Dogmen gehören jedoch unzertrennlich zu dem christlichen Glaubensbekenntnis. Es ist ein Merkmal der Endzeit, dass der Glaube vieler Mitmenschen erkalten wird. Es könnte sein, dass für sie die Parusie unseres Herrn zu einer unangenehmen Überraschung wird, wie für die törichten Jungfrauen in dem Gleichnis von Matthäus 25:

(11) Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! (12) Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. (13) Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Über diese Stelle möchte ich aber hier nicht reden, sondern über eine andere aus dem Brief, den Paulus an die Christen von Thessalonich schreibt:

Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
1 Thessalonicher 5, 1-2

Da ich weiß, dass Pretribulationisten eine andere Meinung vertreten, betone ich gerne, dass dieser Vers auch für Christen gilt. Weiterlesen »

leidGottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal“. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott”) und δίκη (díke „Gerechtigkeit”) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosoph Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gott sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.

A. Die menschliche Antwort

Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. Weiterlesen »

Ab heute beginnt für manche die Fastenzeit. Ich sage bewusst manche, weil Fasten bei Christen nicht mehr sehr aktuell ist. Ich selbst als evangelischer Christ meine, wir sollten keiner Tradition blindlings folgen, aber ich finde trotzdem schade, dass Protestanten und Evangelikale nicht mehr fasten können. Das liegt sicherlich daran, dass der Sinn des Streites, den die Reformatoren gegen die katholische Fastenzeit geführt haben, nicht richtig verstanden wurde. Man wollte damals ausdrücken, dass ein Christ sich keiner menschlichen Tradition unterwerfen soll (siehe dazu Galater 5,1 und Kolosser 2,16). In Jesus erlangt er seine Gerechtigkeit nicht mehr durch Gesetzlichkeit, sondern durch Gnade. Aber warum und wie sollten die Christen heute fasten? Dazu eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja:

Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet?… Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Jesaja 58, 5-7 Weiterlesen »

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